Notruf 112
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Geschichte der Feuerwehr in der DDR

Mit der Gründung der DDR veränderte sich auch das Feuerwehrwesen grundlegend. Neue gesetzliche Regelungen, eine zentrale Organisation und umfangreiche Ausbildungsstrukturen prägten die Entwicklung der Feuerwehren. Auch die Freiwillige Feuerwehr Zweenfurth war Teil dieser Geschichte.

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1956

Das erste Brandschutzgesetz der DDR

Am 18. Januar 1956 verkündete die DDR ihr erstes Brandschutzgesetz, das „Gesetz zum Schutze gegen Brandgefahren“. Es entstand während des zweiten Fünfjahresplanes (1956–1960), einer Zeit der Modernisierung, Mechanisierung und Automatisierung industrieller Produktionsprozesse.

Mit diesem Gesetz begann die systematische Modernisierung des Brandschutzwesens in der DDR.

Struktur des Brandschutzes

Zentrale Brandschutzorgane

Hauptabteilung Feuerwehr der Deutschen Volkspolizei, Bezirksbehörden, Brandschutzinspektionen und Feuerwehrkommandos.

Örtliche Brandschutzorgane

Freiwillige Feuerwehren, Pflichtfeuerwehren sowie Brandschutzverantwortliche in Städten und Gemeinden.

Betriebliche Brandschutzorgane

Berufs-, Freiwillige- und Pflichtfeuerwehren in Betrieben, Verwaltungen und Einrichtungen.

Mit diesem Gesetz gingen die bisherigen kommunalen Berufsfeuerwehren vollständig in staatliche Strukturen über. Sie wurden als Abteilungen Feuerwehr, Brandschutzinspektionen oder Feuerwehrkommandos geführt.

1959

Neue Statuten für Freiwillige Feuerwehren

Mit der Verordnung vom 14. Januar 1959 wurden Aufgaben, Organisationsstrukturen sowie Rechte und Pflichten der Angehörigen der Freiwilligen und Pflichtfeuerwehren neu geregelt.

Bereits auf Kreisebene entstanden Katastropheneinheiten, bestehend aus Katastrophenbauzügen, Löschzügen und Spezialgruppen.

1974

Das zweite Brandschutzgesetz

Am 19. Dezember 1974 wurde das erste Brandschutzgesetz durch ein neues Gesetz ersetzt. Der Brandschutz wurde nun ausdrücklich als „Anliegen der sozialistischen Gesellschaft“ bezeichnet.

Die Feuerwehren wurden organisatorisch von der Deutschen Volkspolizei gelöst und erhielten innerhalb des Ministeriums des Innern einen eigenständigen Status.

Das Organ Feuerwehr

Das Organ Feuerwehr war die zentral geleitete staatliche Feuerwehr der DDR. Es war dem Ministerium des Innern und dem Chef der Deutschen Volkspolizei unterstellt.

1975–1976

Stärkung der Freiwilligen Feuerwehren

Im Juni 1975 wurde eine neue Anordnung über die personelle Stärke und materielle Ausrüstung der Feuerwehren erlassen. Die Kommunen erhielten damit konkrete Vorgaben zur Werbung neuer Mitglieder.

Im März 1976 folgte eine weitere Anordnung über Aufgaben, Organisation sowie Rechte und Pflichten der Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren.

Neu eingeführt wurde ein Stellvertreter für Kontrollen im Brandschutz. In der Feuerwehr Zweenfurth war hierfür eine Frauengruppe aktiv, die bis zum Ende der DDR Brandschutzkontrollen durchführte.

1977

„Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“

Ab Juli/August 1977 konnten Freiwillige Feuerwehren nach festgelegten Leistungskriterien den Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ erwerben.

Die Feuerwehr Zweenfurth beteiligte sich erfolgreich an diesem Programm und durfte den Titel bis zum Ende der DDR tragen.

Neben einer Urkunde wurde ein besonderes Erkennungszeichen verliehen, das an den Fahrzeugtüren angebracht wurde.

1979

Treuedienstmedaille

Im September 1979 wurde die Medaille für treue Dienste in der Freiwilligen Feuerwehr gestiftet.

Die Auszeichnung wurde für 10, 20, 30 und 40 Jahre Mitgliedschaft verliehen und war jeweils mit einer Urkunde sowie einer Geldprämie verbunden.

1977–1989

Wirkungsbereiche

Zur besseren Ausbildung und Zusammenarbeit wurden die Feuerwehren in sogenannte Wirkungsbereiche gegliedert.

Die Feuerwehr Zweenfurth gehörte dem Wirkungsbereich Engelsdorf an.

Dazu zählten die Feuerwehren: Engelsdorf, Baalsdorf, Hirschfeld, Kleinpösna, Althen, Mölkau, Borsdorf und Zweenfurth.

Aufgaben der Wirkungsbereichsleitung

  • Koordination der Ausbildung
  • Unterstützung der Wehrleitungen
  • Durchführung gemeinsamer Übungen
  • Zusammenarbeit mit Kreis- und Bezirksfeuerwehren
1980er Jahre

Stützpunktfeuerwehren

Zu Beginn der 1980er Jahre wurden leistungsstarke Stützpunktfeuerwehren geschaffen.

Sie verfügten über umfangreiche Technik und mussten Einsatzorte innerhalb von 20 Minuten erreichen können.

Im Wirkungsbereich Engelsdorf übernahm die Feuerwehr Engelsdorf diese Aufgabe.

Brandschutzeinheiten (BSE)

Die Brandschutzeinheiten waren operative Verbände für Großschadenslagen und den Katastrophenschutz.

Sie wurden nach militärischen Grundsätzen gegliedert, ausgebildet und geführt.

Die Feuerwehr Zweenfurth gehörte zur 125. Brandschutzabteilung des Bezirkes Leipzig.

Bei Ausbildungs- und Einsatzfahrten wurde die Fahrzeugkolonne von einem Kradmelder begleitet. Zum Einsatz kam ein Motorrad vom Typ MZ TS 250 mit spezieller Einsatzkleidung.


Historische Exponate und Erinnerungsstücke

Dienstgradabzeichen

Treuedienstmedaille

Kradmelder

Dienstuniform

Barkas B1000

Führungsfahrzeug der Brandschutzeinheiten

Kontakt

Freiwillige Feuerwehr Zweenfurth
Hirschfelder Straße 3
04451 Borsdorf

+49 34291 86480
feuerwehr-zweenfurth@gmx.de

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