Freie Fahrt für schnelle Hilfe !
 
Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Fahrzeug mit Blaulicht begegne ?
Begegnet man im Straßenverkehr Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht und Einsatzhorn, dann ist der Notfall nicht weit. Viele Verkehrsteilnehmer wissen in diesen Situationen nicht, wie sie sich verhalten sollen, reagieren falsch oder gar nicht und halten so die Retter von ihrer Hilfeleistung ab. Das Ende einer Einsatzfahrt ist oft genug ein Unfall.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Orientieren Sie sich, von wo das Einsatzfahrzeug kommt!
  • Ruhe bewahren!
  • In welche Richtung bewegen sich die Einsatzfahrzeuge?
  • Wieviele Fahrzeuge sind es?
  • Setzen Sie immer den Blinker, um dem Fahrer des Einsatzfahrzeuges anzuzeigen, in welche Richtung Sie Platz schaffen wollen!
  • Achten Sie beim Ausweichen auf andere Verkehrsteilnehmer, besonders auf Fußgänger, Rad- und Mofafahrer!
Da viele Verkehrsteilnehmer nicht wissen, wie sie sich bei der Begegnung mit einem „Sondersignalfahrzeug“ verhalten sollen, wurde ein einfaches Reaktionsschema entwickelt:
  • Blinker betätigen
  • Geschwindigkeit reduzieren
  • Anhalten am Straßenrand
Dieses Reaktionsschema „B-G-A“ gilt sowohl für Autofahrer, die dem Einsatzfahrzeug vorausfahren, als auch für Verkehrsteilnehmer, denen Einsatzfahrzeuge entgegenkommen.
In Stausituationen bzw. bei stehendem Verkehr reduziert sich das Schema auf das Betätigen des Blinkers und Ausweichen nach rechts bzw. bei mehrspurigen Fahrbahnen nach rechts und links. Bitte bilden Sie eine so genannte „Rettungsgasse“!
Wenn Sie in engen Straßenzügen, an engen Einmündungen, in Anfahrtswegen der Feuerwehr sowie vor und in Feuerwehrzufahrten parken, können beim Einsatz wertvolle Minuten verloren gehen.
Falsches Parken kann tödlich ausgehen - lassen Sie es nicht soweit kommen.
Was viele nicht wissen: Auch an nicht gekennzeichneten Stellen kann das Abstellen von Fahrzeugen unzulässig und für die Feuerwehr behindernd sein.

Dies ist unter anderem der Fall, wenn durch ein abgestelltes Fahrzeug eine Restbreite von weniger als 3 m bleibt.

Und wenn die Feuerwehr bei einem Einsatz Autos weg heben oder zur Seite schieben muss, um durch zugeparkte, enge Straßen zu kommen, zahlt bei Falschparkern auch die Versicherung nicht, wenn bei der Alarmfahrt schnell mal ein Außenspiegel abgerissen oder der Lack verkratzt wird.

Parken Sie Ihr Fahrzeug mit Verstand und helfen Sie mit, dass Feuerwehr und Rettungsdienst nicht behindert werden.

Feuerwehrzufahrt freihalten !

Immer wieder müssen die Feuerwehren, Polizei und auch der Rettungsdienst feststellen, dass Feuerwehrzufahrten oder Rettungswege blockiert sind. Wertvolle Minuten gehen dadurch verloren, wenn meist schweres Rettungsgerät weit getragen werden muss. Diese Zeit kann unter Umständen Menschenleben kosten. Deshalb sollte ein Fahrzeug nie, d.h. auch nicht für kurze Zeit in Bereichen abgestellt werden, die als Feuerwehrzufahrt oder -fläche gekennzeichnet ist. Bitte Bedenken Sie: Die Drehleiter der Feuerwehr hat einen Wendekreis von 21 m - weit mehr, als Ihr Pkw. Deshalb wird ausreichend Platz, um z.B. von der Fahrbahn in eine ausgeschilderte Feuerwehrzufahrt einbiegen zu können.

Beachten sie diese oder ähnliche Hinweisschilder und halten die gekennzeichten Feuerwehrzufahrten, Rettungswege und Feuerwehraufstellflächen unbedingt frei:

Wichtige Tipps:

  • Halten Sie Rettungswege frei.
  • Parken Sie weder im Parkverbot noch in Feuerwehrzufahrts- und Abfahrtszonen.
  • Parken Sie nicht im unmittelbaren Kreuzungs- oder Einmündungsbereich.
  • Parken Sie nicht in zweiter Reihe.
  • Parken Sie nicht schräg zur Fahrbahn.
  • Parken Sie in engen Straßen nicht wechselseitig, Rettungsfahrzeuge müssen sonst Slalom fahren oder kommen gar nicht durch.
  • Stellen Sie ihr Auto nicht verbotswidrig ab, auch wenn Sie auch nur "eine Minute" weg sind (Eine Minute länger im Feuer oder bei einem Herzinfarkt länger warten müssen kann tödlich sein).
  • Hydranten (ovale Straßenkappe) dienen der Löschwasserversorgung und dürfen, auch nicht vorübergehend, zugeparkt werden.
  • Bitte die Hinweisschilder beachten!

Martinshorn, muss das immer sein ?

Immer wieder Anlass für ein kleines Ärgernis: Die einen wollen in Ihrer Nachtruhe nicht gestört werden, die anderen brauchen rasche Hilfe aus einer Notlage. Mittendrin stehen die Helfer der Feuerwehr, die möglichst schnell, möglichst leise und möglichst sicher zur Einsatzstelle gelangen sollen.
Vor allem schnell soll das gehen - und dazu hat der Gesetzgeber einen Paragraphen (§ 38 StVO) geschaffen, der Einsatzfahrzeugen ein Wegerecht einräumt, das von allem Verkehrsteilnehmern, auch Fußgängern zu befolgen ist. Dieses Wegerecht gilt aber nur dann, wenn Blaulicht und Martinshorn ständig eingeschaltet sind. Blaulicht allein darf nur zur Warnung und Absicherungen der Einsatzstelle hergenommen werden. Deshalb wird es dabei bleiben, dass die Einsatzfahrzeuge auch nachts, in der Stadt und auf dem Land mit beiden Signaleinrichtungen unterwegs sind. Nur beide zusammen ergeben die Sicherheit, die der jeweilige Fahrer braucht, um schnell und unbeschadet an die Einsatzstelle zu gelangen und dort effektive Hilfe leisten zu können.
Und haben Sie schon mal Folgendes bedacht, wenn Sie sich von einem Martinshorn „gestört“ fühlten: Es kann für den Betroffenen äußerst beruhigend sein, wenn er schon von weitem hört: Die Feuerwehr kommt - Hilfe ist unterwegs.
Diese positive psychische Wirkung ist nach Aussagen von Geschädigten nicht zu unterschätzen.

Nehmen Sie bitte Rücksicht auf die Einsatzkräfte !

Das Blaulicht wird, wie Sie oben bereits gelesen haben, auch dazu benutzt, Einsatzstellen im Straßenverkehr abzusichern. An haltenden Einsatzfahrzeugen mit eingeschaltetem Blaulicht und Warnblinkanlage sollten Sie deshalb nur ganz langsam vorbei fahren. Hier muss damit gerechnet werden, dass Einsatzkräfte plötzlich ein- oder aussteigen oder um das Fahrzeug herumlaufen, um Geräte zu entnehmen.
In bestimmten Situationen kann es vorkommen, dass Straßen von der Feuerwehr ganz oder teilweise blockiert werden. Hier brauchen die Einsatzkräfte Platz, um arbeiten zu können. Bitte haben Sie für diese Absperrung Verständnis und versuchen Sie nicht, das Hindernis zu umfahren. Warten Sie ab oder nutzen Sie einen anderen Weg.
Sollten Sie sich jemals an einer Einsatzstelle durch verkehrsleitende Maßnahmen behindert fühlen, versetzen Sie sich bitte in die Lage der Helfer: Möchten Sie an Ihrem Arbeitsplatz immer mit einem Auge nach hinten sehen müssen? Meinen Sie, Sie könnten korrekt arbeiten, wenn Sie sich nicht nur auf Ihre Tätigkeit, sondern auch um den Verkehr ringsherum konzentrieren müssten? Wahrscheinlich nicht, deshalb bitten wir Sie um Rücksichtnahme. Absperrungen sollen nicht Ihre Freiheit einschränken, sie sollen die Arbeit der Helfer sicherer machen.